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Frische, auch fordernde Tempi und eine an der historisch informierten Aufführungspraxis orientierte Phrasierung und Artikulation leiteten Mozarts Klavierkonzert KV 271 ein. Das Orchester verband sich wunderbar mit dem glasklaren, reinen, perlenden Spiel von Sebastian Fuß; der in seiner Verbindung aus Diszipliniertheit und eindringlicher Ausdrucksgestaltung an den bedeutenden Mozart-Interpreten Paul Badura-Skoda erinnerte. Mit seinem sachlich-nüchternen, jedoch keinesfalls unterkühlten Interpretationsansatz machte er deutlich, wie Phrasen mitgeatmet, Motive nachgezeichnet werden können, die bei anderen Pianisten oft weggeschliffen werden.

Der junge, in Reutlingen geborene Solist (....) fächerte im Eingangs-Allegro die girlandenartigen Verzierungen präzise auf und überzeugte mit seiner souveränen Kadenz. Sodann vermittelte er die tragischen Untertöne im langsamen Satz und führte im Finale überschäumende Brillanz vor, vom Orchester unter Bornscheuer temperamentvoll begleitet.

Jörg Riedlbauer, Reutlinger General Anzeiger - 02.12.2025

(...) Es ist ein Versprechen, das vom Gewandhausorchester unter der Leitung von Yura Yang mit Bravour eingelöst wird. Die vermeintliche Leichte Mozarts offeriert sich hier eben nicht als das routinierte Abspulen des melodiös Eingängigen, sondern als so lässig luftige wie auch nuancenreiche Darbietung. Der Pianist Sebastian Fuß bedient das passgenau: Mit lässig luftigem und nuanciertem Spiel, das dem heiter-wehmütigen Gestus dieses Werks etwas Kraftvolles und Losgelöstes zugleich verleiht.

Steffen Georgi, Leipziger Volkszeitung - 24.02.2026

Claude Debussys »Suite Bergamasque« war ein weiteres repräsentatives Stück.

Wunderbar gelang Fuß hier die Einfühlung in den gänzlich anderen Charakter.

Sein Anschlag geriet farbig, plastisch, formend. Das Ungreifbare, Außerwirkliche, Verschleierte an Debussys Musik kitzelte er beseelt hervor. Das populäre »Clair de Lune« war reinste Klangpoesie, sodass man an Paul Verlaines gleichnamiges Gedicht erinnert wurde, mit Assoziationen wie »Au calme clair de lune triste et beau« (»Im stillen Mondenscheine schön und fahl« in Stefan Georges Übersetzung).

Dagmar Varady, Reutlinger General Anzeiger 02.11.2016

Sein elegantes und gleichzeitig andächtiges Auftreten zeugte von einer ehrfürchtigen Haltung, die er als Pianist gegenüber dem jeweiligen Komponisten einnahm. Mit den »Papillons« von Robert Schumann wurde die Stille einfühisam fortgewischt. Seine Herangehensweise war, sich völlig auf die vielfaltigen Stimmungsbilder einzulassen. Mit seinem variablen Anschlag gelangen ihm insbesondere die zarten Stellen wunderschön - wo es perlte, tropfte, prickelte.

Das Stürmisch-Ungestüme trug er energievoll, mit jugendlich aufrichtiger Leidenschaft vor, sodass man in großer Nähe des Flügels im Bereich des Akustischen förmlich erstürmt wurde. (...)

Für die hohe Klangqualität seines Spiels kann man beispielhaft den ersten Satz aus Franz Schuberts Sonate D 894 herausgreifen, die nach der Pause er klang. Seelenvoll, anmutig, jeden Ton verinnerlichend gelang eine spannungsvolle Interpretation. Die Ehrfurcht vor solch wunderschöner Musik ging sogleich auf die Zuhörer über.

Dagmar Varady, Reutlinger General Anzeiger, 13.11.2018

Dann Mozarts Klavierkonzert Nr. 21, groß und sinfonisch in der Anlage, ausgelassen heiter im Charakter. Am Flügel Sebastian Fuß, Jahrgang 1999, der eben sein Klavierstudium in Leipzig begonnen hat. Und dieser junge Mann zaubert. Verleiht diesem Mozart eine enorme Leichtigkeit. Schwerelos perlen die Läufe unter seinen Fingern. Nie mechanisch, sondern immer atmend, Mozarts delikate Bögen aussingend. Immer der inneren Poesie von Mozarts Musik auf der Spur.

Der Pianist benützt wenig Pedal, setzt graziöse Stakkati, verleiht den Linien eine geschmeidige Eleganz. Anmutig und sehr edel lässt er das Melos im Andante wogen, alles sehr fein, sehr grazil. Ehe er im Finale das leichtfüßige Perlen der Töne unter seinen Finger noch einmal zu einem Traum von Schwerelosigkeit treibt. (...) Die Zugabe des Jungpianisten übrigens nochmals fabelhaft: Bachs Choral »Jesus bleibet meine Freude in jener Bearbeitung, die der 1950 just am 2. Dezember an Krebs gestorbene Lipatti in seinem allerletzten Konzert gespielt hatte: Ganz ergreifend, wie Sebastian Fuß die innige Choralmelodie in der Mittelstimme herausschält.

Armin Knauer, Reutlinger General Anzeiger 04.12.2017

Die transparente Schlichtheit von Mozarts Partitur ist eine spezielle Herausforderung. Sebastian Fuß und das Orchester meisterten sie mit detailgenauem Zusammenspiel, wobei der Solist eine eigene, fein abschattierte Klangwelt erschuf; er folgte mit reich nuanciertem Anschlag in untergründiger Nonchalance Mozarts Gedankengang. Der populäre Andante-Satz wurde zum seidenweichen Klangzauber, getragen von diskreter Spannung, das Finale überzeugte mit flinker, durchdachter Brillanz.

Susanne Eckstein, Reutlinger Nachrichten vom 05.12.2017